Es war kurz vor Weihnachten 2013, als Flo zu uns kam, zu uns wollte...

 

 

Ihr Körbchen stand neben Frauchens Bett, in Streichelweite!

"Ne, ne, ne", dachte sie, "das könnt ihr nicht mit mir machen!" 

Sie reckte sich und streckte sich, krallte sich wie eine Katze in die Decke und hangelte sich nach oben Richtung Korbrand.

Wir beobachteten ihre Kletterkunst aus der Waagerechten, lagen im Bett und rührten uns nicht. Soll sie zu uns ins Bett dürfen? Wir sahen uns wortlos an. Keine Anfeuerungen unsererseits, keine Hilfestellung. Wir warteten einfach ab und beschlossen insgeheim, uns dem Ergebnis zu fügen.

Wieder sich strecken, festkrallen..., plumps fiel sie zurück in den Korb. Der dritte Versuch misslang wieder, beim vierten sahen wir schon ihr Köpfchen und beim fünften Versuch sprang sie freudestrahlend in unser Bett.

"Da bin ich, bei euch, das Körbchen könnt ihr vergessen!"

Sie hatte gewonnen!

Sie hatte ihr kleines "Rudel" gefunden, schlief selig zwischen uns, pupste nicht, haarte nicht, gähnte nur ab und zu, wenn wir uns umdrehten...

Kaum war sie wach, etwa gegen acht Uhr, es war schließlich ein Samstag, da brauchten wir nicht so früh aus den Federn, gähnte sie und meinte, dass ein Schlag Trockenfutter genau das Richtige am frühen Morgen sei.

 

Erste Irritation: Die Blechnäpfe samt gut riechendem Welpenfutter und frischem Kranwasser interessierten sie nicht, sie machte einen Bogen um sie, roch die Leckereien, traute sich aber nicht, zuzulangen. Stattdessen gähnte sie leise, so, als ob sie sagen wollte: "Denk' doch mal nach, Herrchen, warum ich nicht aus den Blechnäpfen speisen kann!"

 

Ich begriff nicht ganz. Um nicht als Trottel dazustehen, nahm ich das Trockenfutter und ließ Flo aus meiner Hand naschen. Das gefiel ihr außerordentlich gut.

Ich war glücklich! 

Zwei Stunden später fiel der Groschen: Flo war das fünfte Junge aus dem Wurf und konnte erst an den Napf, wenn alle anderen satt waren. Manchmal musste sie schneller sein, um überhaupt etwas Futter abzubekommen. Ein Blechnapf war folglich mit negativen Erlebnissen besetzt! Das wollte sie nie wieder erleben  - in ihrem neuen Rudel!